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19.07.2024

3. Mai: Ein Welttag für die Pressefreiheit

21.05.2024
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Sascha Krines
Das Datum erinnert an den Jahrestag der Deklaration von Windhoek am 3. Mai 1991, in der afrikanische Journalistinnen und Journalisten freie, unabhängige und pluralistische Medien auf dem afrikanischen Kontinent sowie weltweit forderten. Seither ist der 3. Mai sowohl Aktionstag zum Schutz der Pressefreiheit als auch Anlass, die weltweite Situation der Pressefreiheit zu beleuchten und an Journalistinnen und Journalisten zu erinnern, die aufgrund ihrer Arbeit verfolgt werden, inhaftiert sind oder ermordet wurden.
Pressefreiheit - Gegengift gegen die Tyrannei
Die Zahl der Angriffe auf Journalisten ist in Deutschland - laut Studie - seit Corona gestiegen. Die meisten Attacken gab es in Sachsen. Experte Peltz erklärt, wie es dazu kommt.
Die Zahl der physischen Angriffe auf Journalist*innen in Deutschland ist seit Ausbruch der Corona-Pandemie 2020 enorm gestiegen. Das hat das Europäische Zentrum für Medien- und Pressefreiheit (ECPMF) festgestellt. Patrick Peltz ist Co-Autor der jährlichen Studie „Feindbild-Journalist:in“ der Organisation und erklärt zum heutigen „Tag der Pressefreiheit“ die Hintergründe.

ZDFheute: Wie steht es um die Pressefreiheit in Deutschland?
Patrick Peltz: In der Analyse von physischen Angriffen auf Journalisten müssen wir leider feststellen, dass die Bedrohungslage in den letzten vier Jahren enorm gestiegen ist und wir seit 2020 ein hohes Niveau an Angriffen auf Journalisten haben. Insbesondere Demonstrationen von Bewegungen der extremen Rechten, verschwörungsideologische Gruppierungen und pro-palästinensische Demonstrationen stellten im vergangenen Jahr ein erhöhtes Risiko für Journalisten dar.
Die Presse- und Meinungsfreiheit ist ein wertvolles, sehr zerbrechliches Gut. Viele Menschen opfern dafür ihr Leben, sitzen in Gefängnissen ein, werden vielfach gefoltert. 
In der Mehrheit unserer Erde nehmen freie Demokratien einen geringeren Prozentsatz ein.
Iran, China, Russland stehen an der Spitze jener Länder, in denen eine mutige freie Meinungsäußerung nahezu unmöglich ist.
Auch in den westlichen Demokratien haben es freie Medien zunehmend schwerer. Verantwortlich dafür sind wirtschaftliche Zwänge.
In Deutschland zeigt die derzeitige Regierung wenig Interesse, freie Medien durch gezielte Förderungen zu erhalten. Das ist in Österreich und beispielsweise der Schweiz anders.
Ohne wirtschaftlich stabile Medien ist die Demokratie gefährdet. Auch dafür gilt es am 3. Mai jeden Jahres am Tag der weltweiten Pressefreiheit zu bedenken. Es geht jeden Tag um die Freiheit der Medien einzustehen - und damit für die kritisch-aufbauende Demokratie. Diese ist auch in den westlichen Demokratien auf dem Prüfstand und auch gefährdet.
-karma-

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