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21.08.2019

Fairness für strategische Allianzen?

21.06.2019
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Karl Malik
Neben einer weltweiten Neuordnung der Wirtschaft und der gegenwärtigen Handelskriege der agierenden Weltmächte: Eine Medienindustrie im Umbruch, bei nach einer Schockstarre eine seit langer Zeit wahrnehmbare Lähmung entstanden ist. Die Folge daraus ist, dass mit wenigen Ausnahmen Verlage und Medienhäuser sich für die Zukunft aufgegeben haben. Daher schreitet die Konzentration von Zeitungs- und  Zeitschriftenmedien voran. Mut und Zuversicht in die eigene Zukunft ist bei vielen Medienhäusern verloren gegangen. 
Das Warten, Aussitzen der letzten Jahre und zaghafte Versuche, bezahlte Digital-Abonnenten mit verwertbaren Deckungsbeiträgen zu gewinnen, sind nach wie vor bestenfalls im Aufbau begriffen. Mehr leider nicht.
Wirtschaftlich Überleben von der Vermarktung von digitalen Inhalten kann davon der Qualitätsjournalismus nicht. Das holländische Unternehmen Blendle, bei der eine finanziell tragbare Artikel-Vermarktung für wenige Cent pro Artikel per Internet inklusive Rückgaberecht bei Nichtgefallen über Masse tragfähig werden sollte, zieht sich wie kürzlich veröffentlicht aus diesem Vermarktungsmodell zurück. 
Weil es sich ganz einfach nicht gerechnet hat. 
Auch von professionellen Kennern erwartungsgemäß erwartet.
Dennoch bleiben digitale  Deckungsbeiträge wichtig. Die Besinnung darauf, dass die weltweit agierenden Mediengiganten wie Google, Facebook, Twitter & Co. längst die von den traditionellen Medienunternehmen wahrnehmbare und auch genutzte Vertriebsfunktion zur Steigerung der eigenen Reichweite genutzt haben,  ist heute längst Realität.
Sie sind weltweit und auch in die regionalen Märkte sehr erfolgreich eingedrungen. Mit Nutzung lokaler Märkte, Infrastrukturen und unter Missbrauch von Urheberschutzrechten und Steuervermeidung in jenen Märkten, in denen sie Milliarden-Gewinne nahezu unversteuert erwirtschaften.
Die Google-News-Initiative, bei der namhafte Zeitungsmedien in Deutschland, Österreich und der Schweiz gesponsert wurden, ist kein wirkliches Almosen für diese Unternehmen.
Sie zahlen mit dem hochkarätigen Know-how für die von  Google eingebrachten Sponsoren-Gelder mit einer  Einmal-Spende zwischen 300.000 und 600.000 €.
Vor allem Google, Facebook, Instagram & Co. ziehen daraus erkennbare Vorteile aus den  höchstentwickelten Medienmärkten der  Welt – nur zu eigenem Nutzen mit Milliarden-Gewinnen, weitestgehend in der EU steuerbegünstigt.
Für alle anderen Medienteilnehmer: Tristesse für die Wartenden, Zögernden, und ehrlich ihre Steuern Zahlenden.
Für die Partner der Medien-Lieferindustrie ist diese Entwicklung außerordentlich bedrohlich. Kaum Neuinvestitionen, lange, oft jahrelange Vorlaufzeiten bis zur Endrunde des Vertragsabschlusses gilt es für diese vorzufinanzieren. 
Am Ende gewinnt der Billigstbieter. Auch dieser kann dann mit  dem „gewonnenen“ Auftrag nicht glücklich werden. 
Ein Umdenken für neue zukunftsorientierte und auch faire Partnerschaft ist gefordert. Sonst gibt es keine Partner für nachhaltig wirksame Geschäftsmodelle über alle Medienkanäle hinweg der Medienhäuser mehr.
Darüber gilt es, nicht nur nachzudenken, sondern auch danach - fair  und für die eigene Zukunft vorausschauend klug zu handeln. Die Inflation der Digital-Medienkonferenzen mit immer wiederkehrenden Heilslehren für  digitale Bezahlmodelle für Zeitungs- und Zeitschriftenmedien hilft dabei nicht weiter.
                                                                       
Ihr
Prof. Ing. Karl Malik
Karl.Malik@premedianewsletter.de

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