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23.09.2018

Alles, immer, jeder und überall

08.08.2018
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Karl Malik
Der digitale Mensch ist Heute Realität. Mein Auto meldet eine Fülle an Daten GPS-gesteuert in Bezug darauf wo ich gerade bin, wie schnell ich fahre, ob ich vielleicht schon müde bin, wieviele Pausen ich eingelegt habe etc. Ich fühle mich dabei begleitet, beschützt. Mein Smartphone sammelt noch mehr Daten ein: Gesundheitliche Daten, ob ich sportlich bin oder krank bin, wo, wann und wie ich im Alltag lebe. Im  Gegenzug dazu bieten nützliche Apps beispielsweise günstige Einkaufsangebote und das Kunden-Ranking des gerade besuchten Restaurants.
Posten, teilen, liken - das können Jugendliche heute meist besser als ihre Eltern und Großeltern. Spätestens mit dem Übergang auf die weiterführende Schule haben viele ein Smartphone. Schon 10- bis 11jährige tauschen sich ungeachtet offizieller Altersgrenzen über Whatsapp aus, über Instagram und Onlineforen freunden sich Jugendliche mit Menschen an, die sie noch nie persönlich gesehen haben und die möglicherweise nicht alle gute Absichten verfolgen. 
Wie lässt sich der tägliche Familienkleinkrieg um die Smartphone-Nutzung abmildern, wie viel Netzzugang, wie viel You Tube, wie viele soziale Medien, wie viele und welche Apps sind sinnvoll? Wissenschaftler warnen seit geraumer Zeit vor dem Verlust der eigenen Realität durch den fortschreitenden Medien-Tsunami.
Niemand braucht weitere Beweise dafür: Die Digitalisierung ist Realität und sie bleibt täglich mehr unser Begleiter. Und sie verändert unsere Gesellschaft, die Form wie wir miteinander umgehen und kommunizieren, wesentlich rascher als uns das lieb sein wird. Dabei stehen wir nicht vor der Herausforderung, ob wir all die Folgen dieser Entwicklungen zulassen, sondern lediglich, wie wir damit fertig werden! 
Eine der wichtigsten Fragen dabei ist, wie kann unsere Privatsphäre geschützt werden? Die uneingeschränkte Einbringung aller persönlichen Daten jedes einzelnen von uns füttert damit Super-Computer, die mit deren analytischer Auswertung eine ungeahnte Macht besitzen. Dies birgt gesellschaftspolitisches Sprengkapital. Bis heute wissen wir nicht, welche Datenbestände die  National Security Agency (NSA) pflegt und zu welchem Zweck diese gesammelt werden.
Unter diesem Hintergrund konnte ich dazu beim 70. World News  Congress in portugiesischen Estoril viele Hintergrundgespräche mit Journalisten aus vielen Ländern führen. Trotz regionaler Unterschiede war die Verunsicherung über die Zukunft der Zeitungsmedien und ihrer eigenen Zukunft als frei agierender Journalist spürbar.
Einig ist sich die Mehrzahl darüber, dass die klare Trennung von Bericht und Meinung bei Qualitätsmedien unabdingbar bleibt. Kritischer Politik-Journalismus wird noch wichtiger. Emotional berührendes Storytelling mit visuellen Inhalten angereichert, bei dem beim Leser ein leser-individuelles Bild entsteht, das nur für ihn einmalig ist, ist eine Chance, die genutzt werden muss - der Zukunft freier Medien geschuldet.
Ihr


Prof. Ing. Karl Malik
Karl.Malik@premedianewsletter.de   

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